Ich war fix und fertig. Mein langjähriger Freund hatte mir an einem romantischen Abend am Cheminee völlig unerwartet einen Heiratsantrag gemacht. Ich war irre glücklich, aber komplett durcheinander. Vor allem sollte diese emotionale Achterbahnfahrt so schnell nicht abreissen. In den folgenden Tagen und Wochen wurden wir mit immer weiteren Fragestellungen wie Familienplanung, Eigenheim, Hypothek, Lebensversicherungen konfrontiert, die wir als erfolgreiche Doppelverdiener bislang stets vor uns hergeschoben hatten.
Eine der ersten Entscheidungen zur Ebnung unseres weiteren Lebenswegs war, dass wir unsere coole gemietete Loftwohnung in der Innenstadt von Basel gegen ein beschauliches Eigenheim mit kleinem Garten in einem Vorort tauschen wollten. Um die optimale Bank für unsere Hypothek zu finden legte ich einen wahrlichen Marathon über verschiedenste Finanzinstitute hin. Meine Anlagestrategie war bisher sehr konservativ gewesen, was wohl aus meinen recht bodenständigen Wurzeln herrührte und bestand zum grossen Teil aus Kassenobligationen. Dies stand als rechtes Kontrastprogramm zu unserem bisherigen Lebensstil und zu unserem Auftreten im Allgemeinen. Manchmal, wenn uns ein Berater irgendwelche komplizierten Finanzkonstruktionen zu verkaufen versuchte, die ich schlicht nicht verstand, meinte ich ein mitleidiges Lächeln über sein Gesicht huschen zu sehen, aber vielleicht war ich auch einfach nur zu sensibel. Je mehr Institute wir besucht hatten, desto klarer wurde mir, dass wir sowohl im Hinblick auf unsere kommende Lebensphase als auch aufgrund unserer Mentalität eine Bank brauchten, die uns so respektierte, wie wir waren und unsere Beduerfnisse dementsprechend optimal für uns umsetzen konnte.
Letztlich wurden wir nach langen Umwegen bei der Basler Kantonalbank fündig und heute weiss ich nicht mehr, warum wir so weit suchen mussten. Unsere Anlagebedürfnisse wurden respektiert und in optimierter Form umgesetzt. Es stellte sich heraus, dass wir auf unsere konservativen Kassenobligationen recht attraktive Beleihungssätze bekamen, was uns wiederum bei der Finanzierung unseres Hauses zu Gute kam. Während ich schreibe, betrachte ich zwischendurch das erste Ultraschallbild von unserem Nachwuchs, welches ich an die Wand im Büro gepinnt habe oder lasse meinen Blick ueber unseren Garten schweifen. Ich fühle mich sicher und endlich angekommen.
Ist doch fei schee am Chiemsee. Das Leben ist schön, auch wenn ich nur noch selten an den Rhein kommen werde. Vielleicht werde ich auch Mitglied im Dackelklub.